„Im Handumdrehen“ in die Zukunft

Das Erreichen dieses Ziels ist nicht der Abschluss, sondern erst der Beginn einer langen und spannenden Reise, die ungeahnt große Möglichkeiten für Spieler:innen, Verbände und Vereine mit sich bringt.

Dieser Satz, der gleichzeitig ein Versprechen für die Zukunft ist, stand am 7. Oktober 2022 auf der Website des Tischfußballbundes Österreich (TFBÖ) geschrieben. An jenem Tag wurde mit der Aufnahme des seit 2002 bestehenden Verbandes in die Sport-Austria-Familie ein neues Kapitel in der heimischen Tischfußball-Geschichte aufgeschlagen.

Wie schon vor dem 7. Oktober arbeitet der Verband auch seither mit Partnern, Vereinen, Landesverbänden und Spieler:innen an der Weiterentwicklung des Tischfußball-Sports in Österreich. 2023 übernahm Langzeitpräsident Thomas Wagner die präsidialen Agenden wieder von Andreas Fercher, der den Verband zum Zeitpunkt der Anerkennung kurzzeitig geführt hatte.

philoro setzt neue Maßstäbe

Im selben Jahr war es dem TFBÖ erstmals auch möglich, die Staatsmeisterschaften im Rahmen der Sport Austria Finals auszutragen. Diese Chance ließen sich Wagner und sein Team nicht entgehen. Österreichs größte Multisport-Veranstaltung mit seinen rund 200 Titel-Entscheidungen in über 40 Sportarten verleihte dem ehemals nur als Wirtshausspiel bekannten Tischfußball nicht nur den erhofften, nächsten Boost, sondern verstärkte auch dessen Wahrnehmung als Leistungs- bzw. Spitzensport. Im vergangenen Mai schaute dann auch Sport-Austria-Präsident Hans Niessl bei den Bewerben der Staatsmeisterschaften in Innsbruck vorbei und ließ sich von Weltstar Stefan Burmetler ein paar Tore einschenken. Trotz „knapper“ Niederlage: Dem Tischfußball-Boom konnte sich auch Niessl nicht entziehen.

Gleiches gilt für die philoro Edelmetalle GmbH. Der heute wichtigste Partner kam Anfang 2023 an Bord – mit dem großen Ziel, den Tischfußball-Sport in Österreich auf das nächste Level zu heben und nachhaltig zu verändern. Ein erstes Zeichen setzte philoro beispielsweise mit Goldpreisen für die Staatsmeisterschaften bei den Sport Austria Finals. Ein Schritt, der sowohl in der Szene als auch medial für großes Aufsehen sorgte, auch die Kronen-Zeitung berichtete über den „Goldrausch“. philoro-Geschäftsführer Rudolf Brenner, selbst ein ebenso leidenschaftlicher wie erfolgreicher Tischfußballer, stellte zuletzt auch ein eigenes Bundesliga-Team. 2024 gelang als Vizemeister erstmals die Qualifikation zur Champions League.

Sport-Austria-Präsident Hans Niessl bekam von Stefan Burmetler „eingeschenkt“ – war aber natürlich trotzdem positiv begeistert.

Sportlich und organisatorisch: Österreich ist Weltspitze

Apropos Champions League: In der Königsklasse des europäischen Klub-Tischfußballs, die von 15. bis 17. November in Genova (Italien) ausgetragen wird, ist der TFC Pielachtal mehr als nur Titelverteidiger. Als Sieger der Jahre 2022 und 2023 sind die Niederösterreicher – auch ohne den zweimaligen Einzel-Weltmeister Kevin Hundstorfer, der sich Boofken Münster 08 anschloss – wieder Titelfavorit und heiß auf den Hattrick.

Vorher steigt aber in St. Pölten noch das letzte große World-Tour-Event der Saison. Bei der World Series Garlando (31. Oktober bis 3. November) messen sich die besten Tischfußballer:innen der Welt auf dem Traditionstisch des italienischen Herstellers. Mit Stefan Burmetler, der 2023 als 16-Jähriger zum jüngsten World-Series-Sieger der ITSF-Geschichte wurde, geht ein Lokalmatador ins Turnier der höchsten World-Tour-Kategorie. Gespielt wird in der Prandtauer Halle und der Jahnturnhalle in St. Pölten. Im Doppel peilt Bruder Daniel Burmetler mit Benjamin Willfort nach zuletzt zwei World-Series-Siegen auf dem Garlando übrigens den Hattrick an. „Die Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigen: Österreich zählt nicht nur als Veranstalter, sondern auch was den sportlichen Erfolg angeht, zu den Top-Nationen weltweit“, hofft Wagner auf die nächsten Coups. Hinsichtlich des Preisgeldes purzeln jedenfalls wieder Rekorde, denn die 500 Teilnehmer:innen aus 25 Nationen kämpfen um 70.000 Euro, 50.000 davon kommen dank philoro in Gold.

Längst zieht aber nicht mehr nur die World Series Garlando, die seit mehr als 20 Jahren in Österreich ausgetragen wird, die (inter-)nationalen Topstars der Szene ins Land. Allein 2024 richtetet der TFBÖ mit Unterstützung seiner Vereine weitere sechs World-Tour-Turniere aus. „Österreich gehört zu den Top-Turnierstandorten der Welt“, ist sich Wagner sicher. Die Gründe dafür seien vielschichtig. Man spiele in großen Sport-Hallen, nicht in verwinkelten Pubs, punkte mit gutem Zeitmanagement und professioneller Organisation und setze neue Maßstäbe. „Unser Sponsor DL-PAYROLL GmbH finanziert die Junioren-Lounge, in der unsere jüngsten Turnierteilnehmer:innen mit Snacks und Getränken versorgt werden. Damit schaffen wir ein unvergleichliches Turnier-Erlebnis und die Youngsters können sich ganz auf Tischfußball konzentrieren“, berichtet der Präsident.

Weitere Top-Experten an Bord

Die zahlreich gewordenen Agenden verantwortet Wagner natürlich nicht (mehr) allein. Zum Vorstandsteam um den Pielachtaler, dessen Vizepräsidenten Fercher, Kassierin Daniela Langthaler und Schriftführerin Cameo Miller-Aichholz kam zuletzt mit Wolfgang Breuer auch wieder ein Angestellter hinzu. Das steirische Tischfußball-Ass, selbst mehrfacher Staatsmeister, unterstützt den TFBÖ-Vorstand seit September 2024 im Umfang von 20 Wochenstunden als Bürokraft. „Wichtig war uns, dass wir jemanden finden, der uns schnell und effektiv unterstützen kann. Wolfgang wird uns mit seiner Expertise und seinem Engagement helfen, notwendige Veränderungen schneller umzusetzen und die Entwicklung des Sports in Österreich weiter voranzutreiben.“

Um die interne und externe Kommunikation auf professionelle Beine zu stellen und den Kontakt zu Journalist:innen und den Medien zu knüpfen steht seit Oktober mit Kevin Bell auch ein erfahrener Pressesprecher zur Verfügung. „Bei den Sport Austria Finals 2023 und 2024 sind wir in den Genuss gekommen, mit Kevin zusammenzuarbeiten. Wir schätzen seine Expertise und seine Leidenschaft für den Tischfußball und freuen uns, dass er uns in nächster Zeit auf unserem Weg begleiten wird.“ Demnächst könnte das TFBÖ-Team noch um einen Generalsekretär aufgestockt werden.

Wolfgang Breuer bringt Erfahrung als Top-Spieler und Turnier-Organisator mit.

Fokus auf Nachwuchs und Breite

Damit der Weg in die (sportliche) Zukunft eher rosig als steinig wird, setzt der TFBÖ auf Nachwuchsförderung. Die Maßnahmen reichen von einer Startgeldbefreiung für Jugendliche allen TFBÖ-Turnieren, über die Veranstaltung eigener Nachwuchs-Turniere und der Junioren-Bundesliga bis hin zum organisierten Schulsport. Seit fünf Jahren gibt es den Schulsportverein, über den mittlerweile jährlich bis zu 500 Schüler:innen erstmals mit Tischfußball in Berührung kommen. Hauptverantwortlich für den Bereich zeichnet TFBÖ-Vizepräsident Fercher. Dank des BMKÖS-Projekts „Train with the Champions“ kommen heimische Top-Spieler sogar direkt für Kurse an die Schulen.

Damit die Youngsters – und natürlich auch interessierte Erwachsene – auch Zugang zum organisierten Tischfußball haben, rollt der TFBÖ sein Vereinsnetz immer weiter aus. Neue Klubs drängen auf die „Table-Soccer-Landkarte“, zuletzt beispielsweise Foos 4 Arlberg (Vorarlberg), die in ihrer Premieren-Saison den Meistertitel in der 2. Bundesliga eroberten oder die Zurndorfer Wuzzlpartie (Burgenland), die sich spätestens mit der Austragung des Bundesliga-Finales 2025 auch als Turnierstandort etablieren wird. Auch in Oberösterreich tut sich was: Der TFC Mühlviertler Pirates ist dabei, nachhaltige Strukturen aufzubauen und trat zuletzt mit mehreren Mannschaften in den (Junioren-)Bundesligen an.

Vielleicht winkt dem TFBÖ in absehbarer Zeit auch das „Upgrade“ vom assoziierten Mitglied zum Vollmitglied der Sport Austria. Dann würde der Tischfußball auch von der Bundes-Sportförderung profitierten. Die Voraussetzungen sind angesichts von rund 800 aktiven Spieler:innen, 34 gemeldeten Vereinen, sechs Landesverbänden jedenfalls mehr als gut.

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