„Das Besondere an der Bundesliga ist, dass die gesamte österreichische Tischfußball-Szene zusammenkommt.“ Diesen Satz sagten so gut wie alle Spieler:innen, mit denen tfboe.org am ersten Bundesliga-Wochenende Mitte Februar in St. Pölten sprach.
Tatsächlich bringt das Flagship-Event des Tischfußballbundes Österreich (TFBÖ) alljährlich „Foosball“-Verrückte vom Neusiedler- bis zum Bodensee „an einen Tisch“ – und das nicht nur plakativ gesprochen. Tatsächlich sind sowohl die Zurndorfer Wuzzlpartie, die im Juli die (Welt-)Elite zum Bundesliga-Finale ins Burgenland laden, als auch Foos 4 Arlberg in diesem Jahr mit von der Partie. Für die Vorarlberger, die als westlichster Tischfußball-Verein Österreichs klarerweise die weiteste Anreise in den Beinen hatten, lief die Premiere im „Oberhaus“ äußerst zufriedenstellend.
„Wir haben den Verein erst im vergangenen Jahr gegründet, haben gleich den Meistertitel in der zweiten Bundesliga und den Aufstieg geschafft“, berichtet Christian Bernegger. Der 34-Jährige blickt mit seinem „Ländle“-Klub auf eine erfolgreiche Hinrunde zurück. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden aus neun Spielen steht Foos 4 Arlberg zur Halbzeit seiner ersten Bundesliga-Saison auf dem starken fünften Rang. Der Kader, der kurz vor dem Event noch einmal an ein paar Positionen verändert werden musste, hatte sich schnell zusammengefunden und unter anderem den erfahrenen Konkurrenten der Hunting Igels Graz ein Remis abgeknöpft.
„Wuzzeln“ mit van der Bellen
Der Erfolg der Newcomer kommt aber nicht von ungefähr. Vorarlberg verfügt durchaus über große Tischfußball-Tradition. Spieler wie Cihan An und Branislav Kovacevic mischten in den 00er-Jahren die Szene auf und machten sich vor allem auch in der nahegelegenen Schweiz mit zahlreichen Turniersiegen einen Namen. In ihre Fußstapfen treten nunmehr die Spieler:innen von Foos 4 Arlberg. Qualität gab es schon mit der Vereinsgründung genug. Top-Spielerin Nathalie Krieg führt den Klub als Obfrau, Bernegger ist amtierender Weltmeister, TFBÖ-Nationalspieler und Gründungsmitglied.
„Wir versuchen in unserem Verein die Generationen zu verbinden und gemeinschaftlich aufzutreten. Auch nach St. Gallen pflegen wir enge Kontakte“, unterstreicht Bernegger, der erst vor acht Jahren wieder ernsthaft mit dem Tischfußball begann und 2022 mit WM-Gold im Team seinen bislang größten Erfolg feierte. Anschließend lud sogar Bundespräsident Alexander van der Bellen zu einem Match in die Hofburg. Erlebnisse, die selbst Erfolge wie den Halbfinal-Einzug des Vorarlbergers im Einzel-Bewerb der Garlando-WS (2022) oder den Final-Einzug bei den Tornado London Open (2023) etwas verblassen lassen.
Die Trainingsbedingungen haben sich seither für Bernegger und seine Vorarlberger Kolleg:innen sicher nicht verschlechtert. Die modernen Vereinsräumlichkeiten werden von der „Offenen Jugendarbeit Dornbirn“ (OJAD) zur Verfügung gestellt – für gemeinsame Turniere und Trainings mit der Jugendorganisation stehen Tische der Hersteller Garlando, Tornado, Leonhart und Ulrich zur Verfügung.

Handy weg und an die Stangen
„Heimisch“ fühlt sich Foos 4 Arlberg übrigens mittlerweile am „Leo“, der auch bei der Bundesliga als Heimtisch gewählt wurde. „Wir erhoffen uns – vor allem auch internationale – einen Vorteil gegenüber jenen, die nicht so viel auf diesem Modell spielen“, erklärt der ursprüngliche Garlando-Spezialist.
Die Foosball-Community in Vorarlberg ist stetig am Wachsen. Schulprojekte, zum Beispiel in Götzis, stehen vor der Realisierung. „Wir wollen die Kinder weg vom Handy und wieder hin zur direkten Kommunikation und zum Sport bringen“, bekräftigt der Nationalspieler.
Es ist also nicht auszuschließen, dass Spieler:innen aus dem westlichsten Bundesland auch künftig in den Ergebnislisten der Top-Turniere zu finden sein werden. „Foos 4 Arlberg steht für Spaß am Tischfußball, gepaart mit der notwendigen Ernsthaftigkeit für sportliche Erfolge“, sagt Bernegger. Der Spirit ist auch in der aktuellen Bundesliga-Saison spürbar. „Den Druck, nicht für sich selbst, sondern für den Verein zu spielen, wird durch die gute Teamdynamik abgefedert. Es ist ein sehr schönes Gefühl, gemeinsam ein Ziel zu verfolgen und das im besten Fall auch zu erreichen.“
