Nationalteams verpassen Medaillenränge – WM-Bilanz dennoch positiv

Die Tischfußball-Weltmeisterschaft 2025 ist für die TFBÖ-Nationalteams einen Tag früher als erhofft zu Ende gegangen. Im abschließenden Team-Bewerb verpassten sowohl die Herren, die als Titelverteidiger angetreten waren, als auch die Damen, die Senioren und die Junior:innen den Sprung unter die Top-4. Die letzten Entscheidungen des ITSF World Cups 2025 in Saragossa fallen am Sonntag damit ohne rot-weiß-roter Beteiligung. Mit nicht weniger als zwölf Medaillen – viermal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze – fällt die Bilanz nach dem größten und wichtigsten Turnier der Welt dennoch positiv aus. Mit ein wenig mehr Glück hätten noch ein paar „Stockerlplätze“ mehr herausschauen können, stehen doch gleich sieben (!) „undankbare“ vierte Plätze auf dem TFBÖ-Konto. Auch wenn Österreich (4.) seinen zweiten Platz im Medaillenspiegel nicht verteidigen konnte, zeigte sich einmal mehr, dass die nächste Generation an jungen Tischfußballer:innen bereit ist, in die Fußstapfen der Routiniers zu treten, die in den vergangenen Jahren für österreichische Erfolge sorgten. Die Gold-Medaillen von Youngster Stefan Burmetler (18/NÖ) im Herren-Einzel und im Mixed (mit Routinier Melissa Mosser/Stmk.), sowie die U19-Titel im Classic Doppel der Burschen durch die Niederösterreicher Ludwig Gansch/Jan Kurz und im Classic Doppel der Mädchen durch die Steirerin Nora Breuer und die Niederösterreicherin Anna Holzer überstrahlen alles.

„Obwohl wir mit einer sehr hohen Erwartungshaltung zu dieser Weltmeisterschaft gereist sind und die Ernüchterung nach dem Ausscheiden in den Team-Bewerben groß ist, können wir zufrieden Bilanz ziehen. Österreich ist trotz aller Erfolge ein kleines Tischfußball-Land. Hinter den USA, Deutschland und Italien Platz vier im Medaillenspiegel zu belegen, ist keine Schande“, ordnet TFBÖ-Präsident Thomas Wagner die Leistung der Nationalspieler:innen ein. 

„Es war überwiegend die ‚Next Generation‘, die bei diesen Titelkämpfen für die Medaillen gesorgt hat. Das ist eine Bestätigung unseres Weges. Wir setzen seit Jahren auf Nachwuchs-Förderung von der Breite bis in die Spitze und werden das auch weiterhin tun“, unterstreicht Wagner und fordert: „Dieses WM-Ergebnis ist ein Auftrag für die Zukunft. Die nächste Weltmeisterschaft ist in drei Jahren. Tischfußball-Österreich muss bis dorthin weiterhin und sogar noch mehr auf die Jugend bauen. Wir unterstützen alle Vereine, die an der Entwicklung des heimischen Tischfußball-Sports arbeiten, junge Talente aufbauen und neue Spieler:innen an die Tische bringen.“

Stefan Burmetler: Jüngster Einzel-Weltmeister aller Zeiten

Als Paradebeispiel darf Stefan Burmetler gelten. Der 18-Jährige aus Kirchberg an der Pielach spielt seit etwas mehr als zehn Jahren Tischfußball und bestritt dieser Tage seine vierte Weltmeisterschaft. Anders als bei seinen ersten drei Antritten war der Youngster und Weltranglisten-Zweite in Saragossa endlich auch bei den Erwachsenen spielberechtigt – und räumte auf Anhieb ab!

Zum Auftakt gab’s Mixed-Gold mit Langzeitpartnerin und Routinier Melissa Mosser. Das Duo setzte sich alle Widrigkeiten – und ungeliebten Tischen – zum Trotz durch und bescherte Burmetler die erste WM-Medaille überhaupt in einer offenen Klasse und der Steirerin Mosser die erste Mixed-WM-Medaille ihrer langen Karriere.

Für Burmetler, der der Talenteschmiede des TFC Pielachtal entsprang, sollte es aber nicht der einzige Höhepunkt bleiben. Nachdem er im Halbfinale des Einzel-Bewerbs seinen Bruder Daniel Burmetler – der im Classic Doppel mit Wolfgang Breuer Bronze gewann und im Einzel sowie im Doppel mit Benjamin Willfort Vierter wurde – bezwang, kam es zum mit Spannung erwarteten Final-Duell mit Tony Spredeman (USA). Der junge Österreicher ließ dem 40-jährigen Weltranglisten-Ersten nicht den Funken einer Chance, gewann 3:0 und krönte sich zum jüngsten Einzel-Weltmeister aller Zeiten. „Unglaublich, dass ich das Finale 3:0 gewinne und jetzt Weltmeister bin. Der Matchball war sehr befreiend, ich war vor dem Spiel sehr nervös“, jubelte der Niederösterreicher, der spätestens durch seine beiden WM-Titel mehr denn je zum Vorbild für die „übernächste Generation“ an Tischfußballer:innen wurde.

Sternstunde in rot-weiß-rot: Burmetler (li.) deklassiert Tony Spredeman und wird Einzel-Weltmeister.

Breuer, Holzer & Co.: Nachwuchs zeigte auf

Die nächste Generation, die war schon während dieser Weltmeisterschaft am Werk – und das nicht nur vertreten durch Stefan Burmetler. Im U19 Classic Doppel triumphierten dessen Vereinskollegen Ludwig Gansch und Jan Kurz. Die 16-jährige Steirerin Nora Breuer und die erst zwölfjährige Niederösterreicherin Anna Holzer gewannen den Titel im U19 Classic Doppel der Mädchen und komplettierten die rot-weiß-rote Sternstunde am ersten Turniertag. 

Breuer unterstrich mit Silber im U19-Mädchen-Einzel dann ebenfalls noch einmal ihre Klasse und avancierte zur erfolgreichsten TFBÖ-Medaillensammlerin in Saragossa. Inklusive der U19-Mixed-Silbernen mit Laurin Breuer stand sie dreimal am Siegespodest.

Mit dem Wiener Louis Georgi (Bronze im Einzel) und den Steirern Juraj Rybansky/Luka Hanzlik (Bronze im Doppel) schrieben auch drei Österreicher in der jüngsten WM-Kategorie (U13) an.

Vier Medaillen gingen beim diesjährigen World Cup auf das Konto der Senior:innen. Melissa Mosser (50), die als erste Österreicherin überhaupt in einem Damen-Ü50-Einzel antrat, gewann Bronze. Olivier Vilim (Ü50-Einzel) und Robert Maurer (Ü63-Einzel) taten es ihr gleich.

Gold im U19-Classic für Ludwig Gansch (li.) und Jan Kurz.

Österreich in „Blech“-Statistik top – in Team-Bewerben flop

Die inoffizielle „Blech-Wertung“ dieser Weltmeisterschaft dürfte der TFBÖ übrigens anführen: Gleich sieben Mal verloren die heimischen „Wuzzl“-Asse ein Bronze-Medal-Match. Neben den beiden bereits erwähnten vierten Plätzen von Daniel Burmetler schrammten auch Karen Scheuer (Damen-Einzel), Markus Rosicky/Horst Winkelmann (Herren-Classic-Doppel), Elli McDonald/Marisa Müller-Kobler (Damen-Classic-Doppel), Raphael Holzer (U16-Einzel) und Michael Drexler/Robert Maurer (Ü63-Doppel) knapp an Edelmetall vorbei.

Die Bilanz dieser Weltmeisterschaft wird somit nur vom überraschend frühzeitigen Ausscheiden aller vier Nationalteams in den Teambewerben getrübt. Gerade weil die Herren als Titelverteidiger ins Turnier gingen, tut das Aus im Viertelfinale gegen Luxemburg doppelt weh. Auch die Niederlage der U19 – mit Stefan Burmetler – im Viertelfinale gegen Frankreich war durchaus eine „Watschn“. Die Damen scheiterten an den USA (Viertelfinale), die Senioren in derselben Runde an Kanada.

Zweimal Platz vier für Daniel Burmetler (li.) – aber mit Wolfgang Breuer gab’s Classic-Bronze.

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