Bei der World Series Garlando in St. Pölten gab es am Samstag die nächsten Medaillen für den Tischfußballbund Österreich (TFBÖ). Marina Tabakovic und Karen Scheuer sicherten sich im Doppel ihren zweiten gemeinsamen World-Series-Titel. In den sechs K.o.-Spielen gaben die Steirerinnen, die 2017 zum bislang einzigen Mal triumphiert hatten, lediglich einen Satz ab.
Bei den Herren gab es Silber für Österreich, allerdings nicht durch die zweifachen Titelverteidiger Benjamin Willfort/Daniel Burmetler, die den „Hattrick“ verpassten, sondern durch Bernhard Kraus und Sandro Grüner. Das Duo unterlag im Finale der Nummer-1-Paarung Tony Spredeman (USA)/Björn Hoffmann (GER) nachdem es zuvor die österreichischen Top-Favoriten aus dem Turnier geworfen hatte.
„Haben den Tag heute sehr genossen“
2017 zog die World Series Garlando nach Stationen in Wien, Tulln, Oberwart, Hartberg und Salzburg nach St. Pölten um. Bei der Premiere in der niederösterreichischen Landeshauptstadt holten Tabakovic/Scheuer den Titel. Am Samstag, sieben Jahre später, klappte es für das Hotshots-Doppel erneut.
„Wir haben den Tag heute sehr genossen, sind ohne Druck reingegangen und haben clever gespielt“, analysierte Tabakovic nach dem klaren 3:0-Final-Sieg über die deutsche Paarung Sanna Dibowski/Antonia Nuguid, der insgesamt rund 2.000 Euro Preisgeld brachte. Überhaupt bezogen die Champions im Turnierverlauf nur eine Niederlage – in einer der vier Quali-Runden – und gaben dann in der entscheidenden K.o.-Phase gar nur noch einen Satz ab. Ansonsten pflügte das eingespielte Doppel durch den Bewerb – was so nicht unbedingt zu erwarten war. „Dass wir so weit kommen, war für uns beide überraschend, aber wir haben so gut harmoniert wie schon lange nicht mehr“, unterstrich Tabakovic.
Scheuer über die Herangehensweise: „Wir haben uns Ball für Ball darauf fokussiert, unser Spiel auf den Tisch zu bringen und uns nicht über Fehler zu ärgern. Die Kommunikation miteinander hat perfekt funktioniert.“ Größte (mentale) Herausforderung im Turnierverlauf sei das Duell mit Melissa Mosser und Julia Holler (3:0) im Viertelfinale gewesen, so Scheuer. „Am schwierigisten ist es immer, gegen die eigenen Leute zu spielen.“ Am Sonntag könnte es demnach besonders schwer werden, denn dann könnten Tabakovic (mit Holler) und Scheuer (mit Mosser) im Classic-Doppel sogar direkt aufeinandertreffen.
Kraus/Grüner überraschen Willfort/Burmetler
Zweimal in Folge haben Benjamin Willfort und Daniel Burmetler zuletzt den Doppel-Bewerb der World Series Garlando gewonnen. Am Samstag gingen sie auf den seltenen „Hattrick“ los. Das steirisch-niederösterreichische Duo spielte sich ohne Satzverlust bis ins Achtelfinale vor. Dort wartete mit Christoph Zimmermann/Bersit Karadzi aus der Schweiz der erste Härtetest. Die Favoriten setzten sich aber nach 1:2-Satzrückstand noch 3:2 durch und standen im Viertelfinale.
In der Runde der letzten Acht warteten mit Bernhard Kraus und Sandro Grüner zwei Landsleute. In einem hochklassigen Match gingen Willfort/Burmetler diesmal 2:1 in Führung, doch die Außenseiter waren nicht abzuschütteln. In der Defensive verteidigte Ex-World-Series-Champion Kraus (2014 mit Florian Brückner) gegen Willfort fantastisch, in der Offensive verbuchte Grüner gegen Burmetler eine starke Trefferquote. Schlussendlich setzten sich die Underdogs im Entscheidungssatz trotz zwei vergebener Matchbälle auf der 3er-Reihe schlussendlich mit 6:4 durch und zogen ins Semifinale ein. „Ich konnte vorne ein paar Bälle nicht stoppen, habe einige Fehler auf der Fünfer-Reihe gemacht“, war Willfort mit seinem Spiel nicht restlos zufrieden, gratuliere aber den Gegnern: „Sie haben super gespielt und den Sieg absolut verdient.“
Zwischen der Final-Teilnahme und Kraus/Grüner standen nun nur noch Pascal Nater und Thomas Ziegler aus der Schweiz. Die Österreicher blieben cool und gewannen souverän 3:1. Im Endspiel gegen die Nummer-1-Paarung Tony Spredeman (USA) und Björn Hoffmann (GER) war dann aber kein Kraut mehr gewachsen. „Sandro hat wieder super gespielt, aber ich hatte mein Pulver schon ein wenig verschossen“, sagte Kraus anschließend. „Es war eine coole Erfahrung, natürlich sind wir jetzt ein wenig traurig, die Freude ist noch nicht ganz da, aber kommt sicher noch. Zweiter bei so einem großen Turnier, sozusagen der Weltmeisterschaft auf dem Garlando, ist schon ein Top-Ergebnis.“ Spätestens dann, wenn das Duo die 30 Gramm Gold als „Trostpreis“ entgegennimmt – umgerechnet rund 2.500 Euro – dürfte sich Zufriedenheit einstellen.
Kraus ließ das Turnier noch einmal Revue passieren. „Nachdem wir im ersten Match schon fast ausgeschieden waren, haben wir uns dann in einen Lauf gespielt. Wir haben uns gut ergänzt, wenn einer einmal keine gute Phase hatte, war der andere zur Stelle“, schwärmt der Ex-World-Series-Sieger von seinem Partner vom TFV Zillertal.
Medaillen-Regen bei Senioren und Junior:innen
Auch am dritten Turniertag gab’s für Österreichs beste Senioren und Junior:innen wieder reichlich Top-Platzierungen.
Bei den Ü50-Jährigen gewannen Roman Benz/Laszlo Teke vor Rene Affengruber/Christian Eckhart. Eine Altersklasse darüber (Ü63) unterlagen Peter Swoboda und Reinhart Wiege erst im Finale der deutschen Paarung Bert Schükerk/Uwe Plaspohl.
Im U19-Doppel-Bewerb kam es zu einem rein-österreichischen Finale. Jan Kurz und Laurin Breuer setzten sich gegen Ludwig Gansch und Raphael Holzer 3:0 durch. U13-Bronze ging an Louis Georgi und Maximilian Hanzlik.
In der Junioren-Nationalteam-Competition landete Österreich hinter Deutschland auf Rang zwei.
Am Sonntag geht die World Series Garlando mit den Classic-Doppel in allen Altersklassen zu Ende.
Die bisherigen Ergebnisse im Überblick
Einzel (Damen):
1. Verena Rohrer
2. Cindy Kubiatowicz (SUI)
3. Blagovesta Hoffmann (BUL)
Doppel (Damen):
1. Marina Tabakovic/Karen Scheuer
2. Sanna Didowski/Antonia Nuguid (GER)
3. Sandra Gäumann/Jenny Küng (SUI)
Einzel (Herren):
1. Stefan Burmetler
2. Daniel Burmetler
3. Thomas Haas (GER)
Doppel (Herren):
1. Tony Spredeman (USA)/Björn Hoffmann (GER)
2. Bernhard Kraus/Sandro Grüner
3. Luis Janssen/Thomas Haas (GER)
Mixed-Doppel:
1. Melissa Mosser/Stefan Burmetler
2. Jana Pankova/Simon Varos (SVK)
3. Sarah Klabunde/Thomas Haas (GER)
Einzel (Senioren Ü50):
1. Roman Benz
2. Pietro Hofmann (GER)
3. Hermann Fritsche (SUI)
Doppel (Senioren Ü50):
1. Roman Benz/Laszlo Teke
2. Rene Affengruber/Christian Eckhart
3. Wilfried Honekamp/Thomas Mauritz (GER)
Einzel (Senioren Ü63):
1. Petr Swoboda
2. Horst Meisters (NED)
3. Reinhard Wiege
Doppel (Senioren Ü63):
1. Bert Schükerk/Uwe Plaspohl (GER)
2. Peter Swoboda/Reinhard Wiege
3. Paul Martin/Kau Jaeger (GBR)
Einzel (Junioren U13):
1. Stanley Darragh (GBR)
2. David Froschauer
3. Louis Georgi
Doppel (Junioren U13):
1. Piotr Leszczynski/Filip Tokaj (POL)
2. Danylo Korenovskyi/Olgierd Lapinski (POL)
3. Louis Georgi/Maximilian Hanzlik
Einzel (Junioren U16):
1. Predrag Popovic (SRB)
2. Fabian Honekamp (GER)
3. Piotr Leszczynski (POL)
Doppel (Junioren U16):
1. Piotr Leszczynski/Filip Tokaj (POL)
2. Fabian Honekamp/Frederik von Wysocki (GER)
3. Mate Szabo/Ambrus Csermely (HUN)
Einzel (Junioren U19):
1. Laurin Breuer
2. Ludwig Gansch
3. Hugo Haslwanter
Doppel (Junioren U19):
1. Jan Kurz/Laurin Breuer
2. Ludwig Gansch/Raphael Holzer
3. Rayan Van Stokkum (SUI)/Elias Messina (GER)
3. Wsewolod Sakolski/Kacper Strojecki (POL)
Einzel (Juniorinnen U19):
1. Samanta Piotrowska (POL)
2. Blanka Jankowska (POL)
3. Zuzanna Sokolowska (POL)
Nationalteam (Damen):
1. Deutschland
2. Bulgarien
3. Österreich
Nationalteam (Herren):
1. Österreich
2. Ungarn
3. Schweiz
Nationalteam (Senioren):
1. Österreich
2. Deutschland
3. Schweiz
Team:
1. Hotshots
2. philoro
3. CMS
Halloween (D.Y.P.):
1. Antonio Schaffer (AUT)/Andre Ashitkov (RUS)
2. Andras Marinkovits (AUT)/Tibor Varsanyi (HUN)
3. Louis Langthaler (AUT)/Tony Spredeman (USA)
Mehr Ergebnisse & Ansetzungen gibt’s ›hier!
