Tischfußball Weltmeisterschaft – 12 Medaillen – neuer Rekord

In Nantes, Frankreich fand von 28 Juni bis 3 Juli die Weltmeisterschaft im Tischfußball statt. Alle zwei Jahre treffen sich hier die besten „Wuzzler“ aus aller Welt um die Krone ihres Sports auszuspielen. Mehr als 1.000 Athleten aus 45 Nationen spielten um Gold – und Österreich ist in diesem Sport alles andere als ein Zwerg. In der Medaillenwertung belegten die Österreicher hinter Deutschland Rang 2 und konnten mit 6 Mal Gold, 3 Mal Silber und 3 Mal Bronze das beste WM Ergebnis aller Zeiten fixieren. Den Anfang machten Benjamin Willfort und Marina Tabakovic im Mixed mit Gold am Dienstag. Die letzte Medaille war die goldene des Herren Teams am Sonntag.

Unfassbar: Beflügelte Herren holen lang ersehntes Gold

Österreich schickte mit Wolfgang Breuer (Burgenland), Lukas Mayerhofer, Jakob Heinreichsberger (beide NÖ) Kevin Hundstorfer (OÖ) Benjamin Willfort (STMK) Matthias Schöpf (Tirol) und Ersatzspieler Christian Bernegger (Vorarlberg) ein starkes Team ins Rennen. Coach Verena Rohrer wurde kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft krank und so führte Kapitän Jakob Heinreichsberger sein Team ins Turnier. In der KO Runde im Viertelfinale kam es zum Kracher gegen Turnierfavorit Holland. Nach schlechtem Start war es dann Außnahmespieler und zweifacher Einzelweltmeister Kevin Hundstorfer der ein unglaubliches Comeback anführte und mit 22 Toren Österreich wieder in Front brachte. Beflügelt davon spielten Matthias Schöpf und Benjamin Willfort den Sieg nachhause.

Durch das gesamte Herrenteam ging ein Ruck und mit diesem Gefühl im Rücken konnte im Halbfinale ein weiterer Turnierfavorit und Gastgeber Frankreich 40:30 bezwungen werden. Auf dem französischen Tisch dem „Bonzini“ zeigten die Österreicher ihre Multitable Fähigkeiten und alles war für das Finale gegen den Titelverteidiger und Favoriten USA angerichtet. Die Amerikaner – im Einzel traditionell sehr stark aufgestellt – setzten alles auf eine Karte aber in den Doppelspielen waren die Österreicher dann doch zu stark. Benjamin Willfort und Matthias Schöpf machten aus einer bis dahin ausgeglichene Partie eine klare Angelegenheit und Willfort scorte auf dem Heimtisch Garlando das Tor zum 40:34 Sieg. Österreich ist erstmals Weltmeister bei den Herren. 2006 gab es bereits einen ähnlichen Triumph. Hier spielte man jedoch noch gemeinsam mit Österreichs Damen die damals „unschlagbar“ waren.

Hundstorfer dominiert seine Bewerbe

Der Welser Kevin Hundstorfer – seit Jahren der erfolgreichste Athlet aus Österreich und schon zweimaliger Einzel Weltmeister – kämpfte sich im Herren Einzel wieder ins Finale und musste sich unglücklich dem Deutschen Ruben Heinrich geschlagen geben. Mit seinem Doppelpartner Matthias Schöpf aus Tirol konnte sich Hundstorfer auch im Classic Doppel bis ins Finale kämpfen. Gegen die starken französischen Finalgegner war dann jedoch Endstation. Im Herren Doppel konnten sich Schöpf/Hundstorfer nach knapp verlorenem Halbfinale dann noch Platz drei und damit Bronze sichern. Hundstorfer gewinnt 2022 sensationell 4 WM Medaillen und hält damit bei 13 WM Medaillen in seiner Karriere (österreichischer Rekord).

Goldregen bei den Junioren

Die Junioren gelten schon seit mehreren Jahren als Medaillengaranten für Österreich. Umso schöner, dass es gleich im U13 und U16 Classic Doppel für Gold reichte. Die beiden Pielachtaler (NÖ) Junioren Stefan Burmetler und Ludwig Gansch konnten sich gegen eine deutsche Paarung im Finale durchsetzen. Fast zeitgleich rangen Laurin Breuer aus Graz und Raphael Holzer aus der Pielachtaler (NÖ) Nachwuchsschmiede ihre französischen Gegner nieder.

Im Junioren Doppel legten die gleichen Paarungen dann nach und holten die Goldmedaillen 4 und 5 für Österreich. Stefan Burmetler und Ludwig Gansch konnten sich wieder gegen starke Deutsche Gegner durchsetzen. Laurin Breuer und Raffael Holzer machten wieder Franzosen einen Strich durch die Rechnung. Der starker Breuer holte dann im U13 Einzel auch noch Silber und musste sich nur einem deutlich älteren Deutschen geschlagen geben.

Nationenbewerbe – Emotionen bis zum Schluss

Gegen Ende der Turnierwoche stand dann noch die Königsdisziplin Nations Cup auf dem Programm.

Die österreichischen Junioren hatten im Halbfinale den späteren Weltmeister Deutschland am Rande einer Niederlage – können sich allerdings nach gewonnenem Spiel gegen die U.S.A. um Platz drei bzw. Bronze freuen. Besonders hervorzugeben ist hier, dass es beim Nations Cup keine Altersunterteilung gibt und Österreich auch die U13 Spieler in den Kampf schickte. Gegen die teils deutlich älteren Gegenspieler zeigten Österreichs Junioren unbändiges Kämpferherz und um ein Haar hätte es zu noch mehr gereicht.

Bei den Damen waren es Marina Tabakovic und Melissa Mosser aus der Steiermark, die in einem Krimi gegen Bulgarien im letzten Doppel einen unglaublichen Run hinlegten und ein verloren geglaubtes Spiel zu Gunsten Österreichs noch wenden konnten. Im Halbfinale war dann gegen die USA Endstation – das Spiel um Platz 3 konnte allerdings gegen die Schweizerinnen gewonnen werden und so die nächste Bronzemedaille dingfest gemacht werden.

Team Herren Nationalteam – Gold für:
Lukas Mayerhofer, Wolfgang Breuer, Benjamin Willfort, Jakob Heinreichsberger (Kapitän), Kevin Hundstorfer, Matthias Schöpf, Christian Bernegger
Coach: Verena Rohrer

Team Junioren Nationalmannschaft – Bronze für:
Markus Engel, Raphael Holzer, Ludwig Gansch, Stefan Burmetler (Kapitän), Jan Kurz, Laurin Breuer, Laura Edelmayer
Coach: Thomas Wagner

Team Damen Nationalmannschaft – Bronze für:
Karen Scheuer, Viktoria Ackerl, Julia Holler, Sophie Csar, Astrid Franz, Katharina Berger, Marina Tabakovic (Kapitän), Melissa Mosser, Elli McDonald
Coach: Astrid Franz

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