Melissa Mosser und Stefan Burmetler sorgen gleich am ersten Tag der Tischfußball-Weltmeisterschaft in Saragossa (Spanien) für den ersten „Golden Moment“ aus rot-weiß-roter Sicht. Die Steirerin und der Niederösterreicher gewinnen nach einem packenden Turnierverlauf WM-Gold im Mixed-Doppel. Mosser/Burmetler, die auf dem Weg ins Endspiel zweimal über fünf Sätze gehen mussten und in der dritten Runde sogar einen 0:2-Satzrückstand wettmachten, siegen im Endspiel gegen die französische Paarung Ilana Robin/Adam Tourmente klar 3:1. Dabei gelingt dem nunmehrigen Weltmeister-Duo unter anderem ein Satz-Erfolg auf dem (ungeliebten) Tisch des französischen Herstellers Bonzini. Drei Jahre nach der WM-Goldmedaille für Benjamin Willfort und Marina Tabakovic, die diesmal krankheitsbedingt fehlte, bleibt der Weltmeistertitel damit in Österreich. Im U19-Mixed-Bewerb gibt es ebenfalls eine Medaille für den Tischfußballbund Österreich (TFBÖ). Die 16-jährigen Nora und Laurin Breuer aus der Steiermark gewinnen nach einer 1:3-Finalniederlage gegen Helene Voss/Justus Aust (GER) WM-Silber.
„Was für ein aufregendes Turnier. Ich habe keine Worte und bin einfach nur glücklich“, sagte eine emotionale Mosser nur wenige Minuten nach ihrem verwandelten Matchball zum 5:1 im vierten Satz.
Für die erfahrene 50-Jährige, die im Doppel bereits mehrere WM-Titel gewann, war es die erste Mixed-Goldene bei einem ITSF World Cup. Für den 18-jährigen Burmetler aus Kirchberg/Pielach die erste WM-Medaille in einer allgemeinen Klasse überhaupt. „Bei meinen ersten drei WM-Teilnahmen durfte ich noch nicht bei den Erwachsenen antreten“, lacht der Weltranglisten-Zweite, der in den kommenden Tagen in Saragossa noch viel vor hat. „Die Goldmedaille zum Start gibt Selbstvertrauen, von mir aus kann es so weitergehen. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen“, so der Youngster.
Multitable-Format: Steiniger Weg zum WM-Titel
Der Weg zum Mixed-Titel war für Mosser/Burmetler, die gemeinsam bereits World-Series-Gold und Staatsmeistertitel gewannen, aber alles andere als vorgezeichnet.
„In der dritten Runde waren wir eigentlich schon draußen“, erinnert sich Burmetler an die Begegnung mit den Deutschen Maura Porrmann/Ruben Heinrich. Nach einem 0:2-Satzrückstand und einem 2:4 im dritten Satz wehrte das TFBÖ-Duo mehrere Matchbälle ab und gewann die übrigen Sätze mit 5:4, 5:4 und 5:3. Auch im Achtelfinale gegen Carolina Isidoro/Filipe Parreira aus Portugal mussten die späteren Sieger über fünf Sätze gehen.
Bei der Weltmeisterschaft wird im Multitable-Format gespielt. Jede Paarung wählt aus den fünf verfügbaren ITSF-Turniertischen einen „Heimtisch“. Jedes Team spielt von den ersten vier Sätzen je zwei „zuhause“ und „auswärts“. Kommt es zum Entscheidungssatz wird nach dem ersten und dann nach jedem zweiten Tor der Tisch gewechselt. Die Österreicher fühlen sich auf dem italienischen Garlando-Modell am wohlsten, beherrschen aber auch den amerikanischen Tornado und den deutschen Leonhart. Nur der italienische Roberto Sport und vor allem der französische Bonzini bereiten den rot-weiß-roten Assen regelmäßig Kopfzerbrechen.
Finale: Gegen Bonzini-Trauma
Im Halbfinale wartete mit Ivana Francikova/Martin Dousa (beide CZE) ausgerechnet eine Paarung, die sich auf Roberto „heimisch“ fühlt. Nach vier mehr oder weniger klaren Sätzen matchten sich die beiden Paarungen im Entscheidungssatz über die reguläre Spielzeit hinaus. Schlussendlich siegten die Österreicher 9:7 im „Decider“.
Als wäre der Weg noch nicht steinig genug gewesen, warteten im Finale dann mit Ilana Robin/Adam Tourmente (beide FRA) dann auch noch zwei Bonzini-Spezialisten. Doch Mosser/Burmetler spielten munter drauf los und schafften gleich im ersten Satz das „Break“. Davon erholten sich Robin/Tourmante im weiteren Spielverlauf nicht mehr. Gegen 21:45 Uhr verwandelte Melissa Mosser den spielentscheidenden Ball durch einen Distanzschuss mit dem rechten Spieler der Zweier-Reihe.
„Das Turnier war unglaublich hart. Wir haben – bis auf Tornado – auf jedem Tisch gespielt. Dass wir im Finale auf Bonzini gewinnen, war die Kirsche auf der Torte“, jubelte Mosser. Als zweitbeste TFBÖ-Paarung schlossen Karen Scheuer/Daniel Burmetler auf Platz 20 ab.
Weitere Medaille: U19-Silber durch steirische Paarung
Die Gold-Medaille im Mixed blieb aber nicht das einzige Edelmetall für ein rot-weiß-rotes Doppel am WM-Eröffnungstag. Im ebenfalls ausgespielten U19-Mixed-Bewerb eroberten Nora und Laurin Breuer die Silbermedaille. Die beiden 16-Jährigen, die vom Sportamt Graz unterstützt werden, unterlagen erst im Endspiel den Deutschen Helene Voss/Justus Aust nach Satzführung noch 1:3. Rosa Georgi und Ludwig Gansch schieden im Viertelfinale aus, Anna und Raphael Holzer erreichten die Runde der letzten 32.
Am Dienstag finden beim ITSF World Cup 2025 die Classic-Doppel statt. Livestreams gibt es den ganzen Tag über auf YouTube.com/TableS0ccer
